Kupferspirale | Meine Erfahrung

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Vor einem Jahr setzte Frieda die Pille ab. Seit ein paar Monaten ist sie nun (mehr oder minder) stolze Besitzerin einer Kupferspirale. Warum sie sich für diese Verhütungsmethode entschieden hat, wie es war, die Pille abzusetzen und wie gut sie mit der Kupferspirale zurecht kommt, erzählt sie in einem ausführlichen Erfahrungsbericht.

Jahre – nein – jahrzehntelang habe ich die Pille genommen. Mit 15 wurde sie mir verschrieben. Und für mich gehörte das wie selbstverständlich zum Erwachsenwerden dazu. Keine Frage: Wir Frauen haben der Antibaby-Pille viel zu verdanken. Sex ohne die Angst, schwanger zu werden. In gewisser Hinsicht hat diese Verhütungsmethode viel zur Emanzipation der Frau beigetragen. Deswegen will ich die Pille auch nicht per se verteufeln. Dennoch habe ich sie vor einem Jahr ganz bewusst abgesetzt. Eine Trennung bewog mich dazu. Denn warum den Körper mit Hormonen vollpumpen, wenn ich ohnehin keinen regelmäßigen Sex habe? Für die eine oder andere Begegnung gibt es ja nun Kondome! So mein Gedanke. Dass ich kurz nach der Trennung bereits einen neuen, großartigen Mann kennen lernen sollte, wusste ich zu dem Zeitpunkt nicht.

Pille absetzen: Ein Gefühl des Erwachen

Die Pille abzusetzen war für mich eine Offenbarung. Denn was ich nicht wusste: Offenbar litt ich jahrelang unter einer (leichten?) Pillen-Depression – ohne es zu merken. Denn nachdem mein Körper von den Hormonen entwöhnt war, rastete zwar meine Haut aus (im negativen Sinne) Aber auch meine Libido (im positiven Sinne). Ich hielt mich bis zu diesem Zeitpunkt für durchschnittlich sexuell. Ohne Pille aber entdeckte ich eine ganz neue, sexuelle Seite an mir. Der neue Mann in meinem Leben befeuerte dieses Gefühl des Erwachen natürlich noch einmal. Und bis heute hat sich daran nichts geändert. Auch wenn meine Unreinheiten tatsächlich ohne Pille wieder stärker geworden sind. Unlust ist für mich dahingegen ein Fremdwort geworden. Und dafür nehmen ich jeden einzelnen Pickel mit Kusshand in Kauf!

Warum ich mich für die Kupferspirale entschied

Die Sache mit dem (mittlerweile nicht mehr ganz so neuen) Mann wurde ernster. Und irgendwann galt es, eine Alternative zu Kondomen zu finden. Da Verhütung in unserer Gesellschaft leider immer noch Sache der Frau ist, begab ich mich auf Recherche. Hormonspirale, Gynefix, Diaphragma – es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie frau sich vor einer Schwangerschaft schützen kann. Das meiste ist allerdings auf hormoneller Basis. Aus Sorge, dass meine Libido wieder einschläft, war für mich von vorneherein klar, dass Hormone für nicht für mich in Frage kommen. Egal, wie niedrig dosiert. Letztendlich gab es dann nur noch die Kupferspirale bzw. die Kupferkette Gynefix. Für Letzteres ist jedoch mein Uterus zu klein, erklärte mir die Ärztin.

Einerseits aus Überzeugung, andererseits aus der “Not heraus” entschied ich mich also für die Kupferspirale. Dabei bietet diese Methode einige Vorteile. Man nimmt weder zu noch ab, die Haut bleibt gleichbleibend gut (oder wie in meinem Falle gleichbleibend schlecht). Zudem ist die Spirale sehr sicher. Sie setzt stetig Kupfer-Ionen frei. Dieses Kupfer hemmt wiederum die Beweglichkeit der Samen. Sie sterben ab. So kann die Eizelle nicht befruchtet werden. Hinzu kommt, dass Kupfer-Ionen die Gebärmutterschleimhaut verändern, die Eizelle könnte sich so trotz Befruchtung nicht darin einnisten. Und noch ein Vorteil hat die Spirale: Wenn ich mich in ein paar Jahren doch für Kinder entscheiden sollte, bin ich nach der Entnahme der Spirale sofort fruchtbar. Keine Entwöhnungsphase von Nöten, wie bei der Pille.

Die Vorbereitung

Um sich das Ding nun einsetzen zu lassen, wird nach einem Aufklärungsgespräch erst einmal ein Rezept ausgestellt. Bei der Apotheke um die Ecke kaufte ich dann das Ding (etwa 30 Euro). Und dann musste ich meine nächste Periode abwarten. Denn: Die Kupferspirale wird bestenfalls eingesetzt, wenn man seine Tage hat – denn dann ist der Muttermund geöffnet, was das Einsetzen etwas weniger schmerzhaft macht. Mit dem ersten Blutstropfen rief ich dann bei meiner Frauenärztin an. Zwei Tage später saß ich auf dem Behandlungsstuhl. Die Kosten für das Einsetzen liegen im Übrigen bei etwa 120 Euro.

Kupferspirale: Das Einsetzen

Etwas anders war mir schon. Ich hatte einige Berichte im Internet gelesen, dass das Einsetzen der Kupferspirale schmerzhaft ist. “Sie dürfen schimpfen, Sie dürfen schreien, nur Ihre Hüfte sollten Sie nicht zurückziehen, denn ich bin hier unten zugange”, sagte auch meine Ärztin. Ich nickte stumm. Und dann ging es los. Bei vollem Bewusstsein. Du meine Güte! Das Einsetzen war wahrlich schmerzhaft. Ich bin nicht besonders zart besaitet. Dennoch wurde ich fast ohnmächtig. Ich will nichts beschönigen: Das waren die fiesesten fünf Minuten meines Lebens. Und ich habe einen Vorgeschmack auf eine Geburt bekommen. Ladies, das wird kein Spaß!

Und danach? Die ersten Wochen…

Es ist ja so: In den Unterleib wird ein Fremdkörper eingesetzt. Und der findet das erst einmal gar nicht lustig. So war mir klar, dass ich in den ersten Tagen nach dem Einsetzen Schmerzen haben werde. So kam es auch. Ich hatte mittelschwere Unterleibkrämpfe. Es fühlte sich an, als wäre meine Gebärmutter wütend auf mich. Verständlich. Immerhin wurde in sie eine Spirale reingedreht. Nervig waren die wochenlangen Schmierblutungen, die ich nach dem Einsetzen hatte. Bis zu meiner Periode, die etwas früher einsetzte, als ich es gewohnt war.

Die (einzig sichere) Nebenwirkung: Die Blutungen werden stärker. Auch bei mir. Und an einem Tag habe ich neuerdings auch fiese Krämpfe. Wer also ohnehin zu starken und schmerzhaften Tagen neigt, für den ist die Spirale nichts. Bei mir aber ist diese Nebenwirkung erträglich.

Und nun? Entspannt!

Nach meiner ersten Periode mit der Kupferspirale setzt endlich Ruhe ein. Seitdem ist alles derbe entspannt! Die Kontrolle bei meiner Ärztin nach sieben Wochen bestätigte: Alles gut! Ich weiß von vielen Freundinnen, dass das Verhütungsmittel nicht vertragen haben. Entweder, sie hatten starke Schmerzen, beispielsweise, weil die Spirale falsch lag. Eine andere wiederum bekam schlimme Unreinheiten. Offenbar reagierte ihr Körper auf die Kupfer-Ionen allergisch. Deswegen möchte ich nicht ins Schwärmen verfallen, denn jeder reagiert nun einmal anders. Ich aber für meinen Teil habe mit der Kupferspirale die für mich absolut richtige Entscheidung getroffen. Und das für die nächsten drei bis fünf Jahre. Denn so lange kann das Verhütungsmittel bei regelmäßiger Kontrolle im Körper bleiben, ohne, dass der Schutz verloren geht.