Kaschmir

Sinkende Temperaturen lassen uns die luftigen Sommersachen wieder in den Kleiderschrank packen. Wo sind eigentlich die warmen Pullover und lässigen Cardigans hin? Eine Suchaktion später hat man wieder die Lieblingsteile der vergangenen kalten Jahreszeit in der Hand. Sind Teile aus echtem Kaschmir dabei, sollten sie vor dem Tragen sorgfältig geprüft und gepflegt werden. In diesem Beitrag dreht sich alles um edlen Kaschmir und seine richtige Pflege – damit die Freude an diesem wunderbaren Material lange erhalten bleibt. 

Was ist Kaschmir?

Unter den Naturfasern ist Kaschmirwolle der unbestrittene Star und gleichzeitig das teuerste organische Material. Kaschmirwolle stammt von der Kaschmirziege, die in der gleichnamigen Region zwischen Indien und Pakistan beheimatet ist. Mit über 20 verschiedenen Farbschlägen sorgt bereits ihr Naturton für reichlich Abwechslung, hochwertige Kaschmirwolle lässt sich jedoch problemlos in jeder gewünschten Farbe einfärben. 

Wie wird Kaschmir gewonnen?

Kleidung und Accessoires aus Kaschmir können entweder gestrickt oder gewoben sein. Um an den wertvollen Rohstoff zu gelangen wird das Fell der Kaschmirziege sorgfältig ausgebürstet oder maschinell geschoren. Anschließend erfolgt eine grobe Vorsortierung der Wolle von Hand. Fettige oder verschmutzte Partien werden entfernt. Abschließend wird die Kaschmirwolle entgrannt. Bei diesem Vorgang werden die groben Grannen des Deckhaars maschinell aussortiert, so das lediglich die feine Unterwolle übrigbleibt. Als Kaschmirwolle wird also gemeinhin nur die besonders zarte Unterwolle der Kaschmirziegen bezeichnet. 

Was ist so besonders an Kaschmir?

Weil pro Tier lediglich etwa 150 Gramm Wolle gewonnen werden können und diese dann noch einem aufwändigen Verarbeitungsprozess unterzogen werden muss, leuchtet es ein, dass Kaschmirteile eine kostspielige Angelegenheit sein müssen. Ein Kilogramm reiner Kaschmirwolle liegt bei einem Preis von etwa 150 Euro, entsprechend teuer sind daher auch Kleidungsstücke aus Kaschmir. Nur Teile, die höchsten Ansprüchen genügen dürfen mit einer Zusammensetzung mit 100 Prozent Kaschmir werben. Kleidung, die Kaschmir als enthaltenes Material anführen darf, muss zu mindestens 85% aus Kaschmirfaser bestehen. Soll ein Kleidungsstück lediglich einen Kaschmiranteil besitzen, muss dieser dennoch mindestens 14,5 Prozent des Materials ausmachen. 

Die Vorteile von Kaschmir im Überblick

Gerade wer Nachhaltigkeitsaspekte in die Überlegung mit einbezieht, sieht den Kostenpunkt, der Kaschmir ohne Frage ist, sehr schnell relativiert. Ein hochwertiger Pullover aus Kaschmir hält viele Jahre lang seine Form – korrekte Pflege vorausgesetzt. Er wirkt zeitlos und edel, schützt hervorragend vor der Winterkälte und überzeugt durch hohe Reißfestigkeit. Die extrem feinen Fasern weisen Feuchtigkeit ab und geben Schmutz und unangenehmen Gerüchen keine Chance. Kaschmir ist eine der weichsten Edelwollen – allein das wunderbar zarte Tragegefühl ist den Preis wert. 

Wie pflege ich Kaschmir-Teile?

Auch der schönste Kaschmirpullover muss gewaschen werden. Für die Waschmaschine ist dieses Naturmaterial aber völlig ungeeignet. Wer seinem Kaschmirteil etwas Gutes tun möchte, muss es daher von Hand waschen. Das klingt zunächst kompliziert und zeitraubend, ist mit etwas Übung aber noch einfacher, als eine Waschmaschinenladung auszuräumen. Mit einer Schüssel zum Waschen, einem Wollwaschmittel und etwas Shampoo wird der Kaschmirpullover eingeweicht. Das Einweichwasser sollte die Temperatur von 30°C auf keinen Fall überschreiten. Der Waschvorgang selbst ist denkbar unkompliziert, denn Kaschmirwolle darf keinesfalls saubergerubbelt oder gerieben werden, da das Material sonst verfilzt. Viele gute Tipps zur Kaschmir-Pflege findet ihr auch hier.

Diese Fehler muss man bei der Kaschmir-Pflege vermeiden

Wer seinen Kaschmirpullover schnell wieder tragen möchte, muss sich gedulden, denn im Trockner darf das Teil nicht mitfahren. Stattdessen sollte Kleidung aus Kaschmir im Liegen getrocknet werden. Ein Handtuch sollte als Unterlage dienen, um das Wasser aufzunehmen. Auch beim Lufttrocknen muss auf die Temperatur geachtet werden. Hier gilt: nicht in die Sonne legen oder in unmittelbare Nähe der Heizung. Empfindliche Stoffe wie Kaschmir dürfen – wenn überhaupt – nur mit der niedrigsten Hitze des Bügeleisens gebügelt werden. Um den direkten Kontakt mit dem Bügeleisen zu vermeiden, sollte ein Tuch zwischen Kleidung und Eisen gelegt werden. Auch die korrekte Lagerung gehört zur Kaschmir-Pflege, denn diese Kleidung wird nur in der kalten Jahreszeit getragen. Dunkel und trocken im Schrank sauber zusammengelegt bleibt die Kaschmirbekleidung optimal geschützt und ist im nächsten Herbst wieder einsatzbereit. Einzelne Stücke können für noch mehr Schutz vor dem Lagern in Plastiktüten geschoben werden. So bleiben Teile aus Kaschmir rund ums Jahr optimal gepflegt und machen noch länger Freude. 

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