Shoemates – das soziale Schuhprojekt aus Passau

shoemates Passau

Get one, Give one – das ist das Motto der jungen Schuhmarke shoemates. Dahinter verbirgt sich ein sozialer Gedanke, der die ohnehin coolen Produkte von shoemates noch ein wenig cooler macht. Denn mit dem Erwerb der lässigen Alpargatas-Schuhe spendet der Käufer automatisch ein weiteres Paar an Schulkinder im Alter von fünf bis 15 Jahren in Afghanistan. Diese geniale unternehmerische Idee entstammt den Köpfen zweier junger Studenten aus Passau: Obaid Rahimi und Marc Langener.

Wer glaubt, Passau sei ein kleines, verschlafenes Örtchen am Rande von Deutschland, der war wohl noch nie da. Ich selbst habe in dem sagenhaft schönen Städtchen studiert und weiß, dass hier verdammt viele gute Business-Ideen entstehen. Die bekannteste ist wahrscheinlich MyMüsli. Das könnte sich allerdings bald ändern – denn die beiden Passauer Masterabsolventen Obaid Rahimi und Marc Langener haben ein mindestens ebenso innovatives Unternehmen aus der Taufe gehoben: shoemates – ein Social Business Unternehmen für Mode mit sozialem Hintergrund.shoemates Passau

Man trägt also nicht nur lässige Schuhe im Stil von argentinischen Alpargatas, man tut gleichzeitig noch etwas Gutes. Aber wie kamen Obaid Rahimi und Marc Langener eigentlich auf die Idee zu shoemates? “Die Idee entstand eigentlich aus unserem ersten Projekt headmates. Das sind handgestrickte Mützen, die von älteren Damen aus Passau und Umgebung gestrickt werden. Nach dem headmates sehr erfolgreich etabliert war, wollten wir ein neues Projekt starten. So kamen wir nach mehreren Monaten Brainstorming zu shoemates“, erklärt mir Obaid Rahimi. Beide Projekte sind unter dem Social-Start-Up-Unternehmen mates zusammengefasst.

Kooperation mit einer Produktionsstätte und einer Hilfsorganisation in Afghanistanshoemates Passau

Dass ausgerechnet Schulkinder in Afghanistan mit dem Kauf von ein paar shoemates-Schuhen unterstützt werden, kommt nicht von ungefähr: “Ich habe afghanische Wurzeln”, erzählt Obaid Rahimi. “Für uns war es extrem wichtig, dass die Produktion und das Verteilen der Schuhe im gleichen Land stattfindet. Durch meine Kontakte dort konnten wir einen Schuhproduzenten in Afghanistan finden. Darüber hinaus leitet mein Onkel die lokale Menschenrechtsorganisation in Herat, Afghanistan, wo unsere Schuhe auch produziert werden. Ihre Organisation verteilt seit 2003 schon Sachgüter an bedürftige Familien und sie haben sich dazu bereit erklärt auch unsere Schuhe zu verteilen.”

shoemates unterstützt auch eine Behindertenwerkstatt in Bayern

Insofern kann jeder, der ein Paar Schuhe von shoemates kauft, sicher sein, dass das weitere Paar in Afghanistan auch wirklich ankommt. Und auch vor Ort tut man noch etwas Gutes: Denn die gekauften Schuhen werden wiederum verpackt und versendet durch eine Behindertenwerkstatt in Bayern. Mit einem derart guten Gefühl kann man besonders leichtfüßig über das Kopfsteinpflaster Passaus tänzeln – oder auch anderswo.

shoemates Passau

Übrigens: bei den Alpargatas von shoemates wird es wohl nicht bleiben, verrät uns Obaid. “Wir werden dieses Jahr noch auch weitere Modelle einführen, die fester sind und die man auch im Herbst oder Winter tragen kann.” Cool, wir freuen uns drauf! Und ich freu mich darüber, dass shoemates und die beiden Gründer der Welt einen Grund mehr liefern, Passau so toll zu finden, wie ich es tue.


Die ganze Kollektion könnt ihr euch auf der Webseite anschauen und im Onlineshop einkaufen.

Alle Fotos: © MPhotographie


Friederike HintzeFriederike Hintze, oder lieber Frieda, gründete gemeinsam mit Marie von der Heydt den Blog Louise et Hélène. Seit vielen Jahren arbeitet sie als freie Journalistin und Bloggerin im Lifestyle-Bereich. Frieda liebt guten Wein und gute Bücher,  ist am Liebsten unter Freunden oder an der Küste – oder beides – und geht gerne Laufen. Wenn sie für sich ist, guckt sie mehr oder minder heimlich Unter Uns. Und zwar seit der ersten Folge.