Nachhaltige Mode

Kleid: Mademoiselle YéYé.

Zugegeben, viele Betriebe sträuben sich noch gegen sie oder bekennen sich nur auf dem Papier zu ihr. Dennoch ist nachhaltige Mode die bisher beste Idee der Modeindustrie – wenn sie auch ein Korsett zu sein scheint, das den Modegiganten wider Willen aufgezwungen wird. Denn nachhaltig sein bedeutet in erster Linie, sich von schnellem Umsatz und spottbilligen Produktionsverhältnissen zu verabschieden. Dass man dennoch erfolgreich sein kann, zeigen immer mehr Marken wie Mademoiselle YéYé und Brands. Sie machen wie, wie nachhaltige Mode richtig schick sein kann, ganz ohne Ökofummel. Dieser Artikel stellt einige von ihnen vor und erklärt, warum der Trend zu Fair Fashion  in Wirklichkeit ein (Achtung, Wortspiel!) Evergreen ist.

Recyclete Kleidung

Angesichts der Tatsache, dass bei 90 Prozent der Deutschen die Kleiderschränke aus allen Nähten platzen, scheint es verschwenderisch, sich ständig neue Teile zu kaufen. Trotzdem möchte kaum einer in den immer gleichen Klamotten herumlaufen. Eine Zwickmühle, aus der sich Modefans jedoch leicht befreien können. Kleiderkreisel ist als Tausch- oder Flohmarktportal für Mode seit Jahren erfolgreich und in den letzten Jahren sind Kleidertauschpartys immer mehr in Mode gekommen. Manche Firmen nehmen das Motto „Aus alt mach neu“ sogar noch mehr beim Wort: So nutzen Firmen wie Adidas oder Patagonia bereits seit Jahren recycletes Plastik, um beispielsweise Polyester für ihre Kleidungsstücke herzustellen. Auch H&M brüstet sich gerne mit dieser Methode – doch ob das von dem Kleiderverbrennungsskandal ablenken kann?

Nachhaltige Labels

Obwohl die Initiativen von Adidas und Co. durchaus löblich sind, haben die Konzerne längst noch nicht ihre gesamte Produktion umgestellt. Viele ihrer Produkte sind nach wie vor „Made in Bangladesh“ oder einem anderen Niedriglohnland, in dem die Produktionsmitarbeiter ausgebeutet werden. Glücklicherweise gibt es in Deutschland eine Reihe von Labels, die nachhaltige Mode von Grund auf richtig machen. Aushängeschild der nachhaltigen Modeindustrie in Deutschland ist die Kölner Marke ARMEDANGELS: Sie sorgen dafür, dass ihre Kleidung weder der Umwelt noch den beteiligten Menschen schadet. Gleichzeitig sehen die Modelle ebenso stylish aus wie weniger nachhaltig produzierte Fast Fashion. Das gleiche gilt auch für Jan ’n June: Die beiden Hamburger Ladies designen todschicke, feminine Mode, die zur Gartenparty wie auch ins Office getragen werden kann. Und für Street Style mit Fairtrade-Siegel sorgt Dedicated: Das Kölner Label überzeugt mit frechen Prints und Bio-Baumwolle. Die Sache mit dem nachhaltigen Denim hat Everlane aus den USA drauf.

Mehr als nur ein Trend

Nachhaltigkeit ist derzeit in aller Munde, doch vieles davon sind nur Lippenbekenntnisse. Gerade deshalb ist „Sustainable Fashion“ viel mehr als nur ein Trend. Wäre es nur eine hippe Modeerscheinung, würden sich die Labels nicht wirklich darum kümmern. Denn Mode nachhaltig zu produzieren ist kompliziert und teuer. Auch wenn es sich derzeit noch um eine Nische handelt, zeigt das Verhalten der Konsumenten aber: Sie sind bereit für den Wandel. Nachhaltige Mode ist gewünscht und wird gekauft, selbst bei wesentlich höheren Preisen als New Yorker oder Pimkie. Einzige Voraussetzung: Sie soll nicht nach Vollkorn aussehen. Denn Modefans wollen nicht nur den Planeten retten, sie wollen dabei auch optisch vom Hocker reißen. Wer noch keine nachhaltigen Teile in seinem Kleiderschrank hat, fängt also am besten mit diesen Marken an!

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