Sex Kolumne Carina Kaiser
Nach Ausschüttung des körpereigenen Glücks-Hormon-Cocktails greifen viele zur Zigarette danach, die unweigerlich – und da bin ich der festen Überzeugung – zum symbolischen Übergang zwischen Nach-dem-Sex-und-vor-der-Regeneration geworden ist. Wir zünden uns die Kippe an, weil der Geist nach seinem ekstatischen Rausch wieder klarkommen –  und aus zwei (oder mehreren) verschmolzenen Körpern und Seelen wieder freie Individuen zurückbilden muss. Eine Art Retroperspektive, in der wir sexuelle Höhen und Tiefen Revue passieren lassen – und mit dem Zug an der Kippe gleichzeitig unsere stille Bilanz ziehen.
Die Zigarette danach ist mehr als eine reine Situationszigarette. Sie ist quasi die Erektion nach der Erektion, der Kick nach dem Kick, wenn man so will, die unwiderrufliche Besiegelung des Lustspiels. Es heißt, dass Nikotin das Gehirn anregt, es schärft die Gedanken. Mit der Kippe verarbeiten wir den Sex. Wie gut war der Fick also wirklich?

Der Rückspiegelblick auf den Fick

Die Frage beantworten wir uns folglich selber, indem wir uns die “passende“ ich-sag-dir-indirekt-wie-es-war-Zigarette anzünden. So ist der Griff zur Marlboro Light ein Indiz für einen eher müden und routinierten Fick- (Missionarsstellung), die Menthol-Zigarette ein Merkmal für e