Schon seit jeher will der Mensch zeigen, wer er ist und was er hat – daher rührt die Notwendigkeit von Statussymbolen. Doch die Art und Weise, das zu zeigen, ändert sich mit der Zeit. So war es beispielsweise in der Renaissance angesagt, große Festessen zu schmeißen, und in den Neunzigern konnte punkten, wer ein schnittiges Cabrio fuhr. Ob es an den Nachhaltigkeitsbestrebungen liegt oder daran, dass keiner Lust auf Parkplatzsuche in der Großstadt hat – selbst das Auto dient langsam als Angeberwerkzeug aus. Stattdessen wird es ersetzt durch einen neuen Alltagsgegenstand: das Smartphone. Das muss heute leicht und groß sein und über eine messerscharfe Kamera verfügen – und darf gut und gerne auch mal 2000 US-Dollar kosten. Doch brauchen User das wirklich? Eine Analyse.

Das Smartphone als Alltagshelfer

Dafür spricht zunächst, dass Smartphones aus dem täglichen Leben kaum mehr wegzudenken sind. Sie werden für nützliche Dinge verwendet: Da wäre zum Beispiel die Kommunikation mit Gesprächspartnern rund um den Globus, die Wochenplanung per Smartphone, und die zahlreichen Apps, mit denen Buchungen, Bestellungen und Bezahlungen per Tipp-und-Wisch ausgeführt werden können. Sie werden auch für unnütze Dinge verwendet: Sei es das gemütliche Zocken in der U-Bahn – Casino Spiele oder Multiplayer sind besonders beliebt – das Streamen von YouTube-Videos (Stichwort: Katzen) oder das ausgiebige Knipsen von Selfies beim Kaffeetrinken. So viel wie ein User das Ding in der Hand hat, wäre es nicht überraschend, wenn er sich nur das Beste vom Besten gönnen will.

Aber 2000 Dollar???

Die alles entscheidende Frage ist allerdings: Wie sehr steigert dieser extrem hohe Preis den Mehrwert des Gerätes? Vorreiter im Preissegment ist typischerweise mal wieder Apple, die mit ihrem iPhone X bereits die Tausend-Dollar-Marke knackte. Den Preis rechtfertigten die Hersteller damals mit dem unheimlich auflösungsstarken „Super Retina Display“, der spitzenmäßigen Kamera sowie der Platzeinsparung durch Weglassen des Home Buttons, der Gesichtserkennung notwendig machte. Das Samsung Galaxy Fold legte nun noch eine Preisklasse drauf – dafür, dass dieses Handy gleichzeitig groß und klein sein kann; ermöglicht wird das durch das „Falten“-Feature, mit dem das Phone auf Hosentaschengröße zusammengestaucht werden kann. Natürlich sind alle diese Features nice to have und die Faltfunktion ist tatsächlich ein wenig revolutionär – allerdings würden die meisten Nutzer auch mit einem durchschnittlicheren Handy glücklich, für das sie keine drei Monatsmieten aufbringen müssten.

Kernfeatures auch bei günstigeren Modellen zweckmäßig

Dieses Modell zieht dann vielleicht keine neidischen Blicke auf sich – allerdings sind die Kernfeatures durchaus gut genug, um im Alltag jedem Bedürfnis gerecht zu werden. Die Fotos eines Durchschnittshandys können vielleicht in keiner Galerie ausgestellt werden – fürs heimische Fotoalbum reichen sie aber allemal. Und wer braucht wirklich 256 Gigabyte Speicherplatz, wenn das Handy ohnehin schon nach etwa drei Jahren gegen ein neueres Modell ausgetauscht wird? Das schärfere Display wird zudem von vielen Nutzern gar nicht bemerkt – auch diese Investition lohnt sich deshalb höchstens für Early Adopter.

Fazit: Wer nicht zur Gruppe der ausgesprochen wohlhabenden Trendsetter gehört, muss nicht bedauern, dass 2000-Dollar-Handys außerhalb seiner Preisklasse liegen. Ein normal bepreistes Handy erfüllt seinen Zweck genauso – und das Samsung Fold kommt eben dann in den Einkaufskorb, wenn neue Deluxe-Versionen seinen Preis gedrückt haben.

Photo by Paul Hanaoka on Unsplash

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