TV-Tipp | ARTE-Serie „Stereotyp“

Stereotyp ARTE SERIE

© Engelmann

Wir leben in seltsamen Zeiten: Die europäische Union, das vielleicht klügste völkerrechtliche Konstrukt, dass die Menschheit bisher schuf, bröckelt an vielen Stellen. Die einzelnen Nationen scheinen sich immer mehr voneinander abgrenzen zu wollen, als die Gemeinsamkeiten zu betonen. Doch sind wir Europäer nicht viel näher, als wir in Tagen wie diesen annehmen? Und warum herrschen auf unserem kutlrureichen Kontinent so viele Vorurteile? Diesen Fragen widmet sich eine neue, zehnteilige ARTE-Serie mit dem schlichten Namen „Stereotyp“. 

Hand aufs Herz: Wir haben alle Vorurteile. Und prinzipiell ist daran nichts Ungewöhnliches, dienen sie doch der einfachen Kategorisierung. Italiener leben alle noch bei Mamma und essen Pasta. Holländer kiffen gerne und haben Wohnwagen. Und die Deutschen sind humorlose Biertrinker, die gern pünktlich ihre Steuern zahlen. An all diesen kleinen und großen Vorurteilen ist erst einmal nichts auszusetzen: Sie sind zwar stark vereinfachend, aber noch lange nicht gefährlich.

ARTE-Serie „Stereotyp“ räumt mit Vorurteilen auf

Doch wenn Vorurteile nicht mehr nur der eindimensionalen Kategorisierung dienen, sondern sich zu negativ behafteten Ressentiments entwickeln, wird es unangenehm, schlimmstenfalls sogar gefährlich. Abgrenzung wird dann wichtiger als Zusammenhalt: Siehe Brexit. Umso wichtiger ist es derzeit, mit Vorurteilen aufzuräumen und Stigmatisierung im Kern zu ersticken – genau das hat sich  „Stereotyp“, die am 29. Mai erstmals im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wird, zur Aufgabe gemacht. Bei der zehnteiligen ARTE-Serie begibt sich der der Schweizer Rapper und Moderator Knackeboul begibt sich auf eine Reise durch Europa, um den Vorurteilen auf den Grund zu gehen.

Dabei erlebt Knackeboul Kurioses, Erstaunliches und Schönes: In Österreich geht es um die Männlichkeits-Probleme von Adolf Hitlers. In Italien erfährt der Rapper vom Gigolo „Sweet Roy“ die Geheimnisse der italienischen Verführung. Die schwedische Boxweltmeisterin Mikaela Lauren hat schlagkräftige Belege für die These von den toughen schwedischen Frauen und die feministische Porno-Regisseurin Zara Kjellner sorgt dafür, dass Knackeboul ab jetzt nie mehr breitbeinig dasitzen wird.

Authentische Einblicke in unser Europa

Das Herrliche an der Serie: Sie gibt ein authentisches und zugleich kaleidoskopartiges, schillerndes Bild unseres herrlichen Europas. Dabei werden die Vorurteile bei all dem Unterhaltungswert auch humorvoll hinterfragt, denn die Serie „Stereotyp“ verpasst es nicht, auch einmal genauer hinzuschauen. Ganz nebenbei werden da mit den einen oder anderen Stereotypen aufgeräumt – und das ist auch gut so: Dabei sind: Italien, Schweden, Österreich, Spanien, Holland, England, Schweiz, Griechenland. Und natürlich Frankreich und Deutschland.

Prädikat: Ansehen!

Die 1. Folge ist ab dem 29. Mai bei ARTE zu sehen.

Stereotyp Trailer 01 from Philipp Fleischmann on Vimeo.

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