Sex, Drugs & Tofuwurst | Lachen ist vegetarisch

sex Drugs and Tofuwurst

Auf Fleisch zu verzichten bedeutet nicht, auch auf jeglichen Genuss zu verzichten – oder auf Lebensfreude überhaupt! Über Askese-Vegetarier kann ich deshalb nur lachen. Denn das ist schließlich gesund.

Einweihungspartys sind klasse. Neulich habe ich höchstpersönlich meine erste eigene veranstaltet. Sie kennen das: Man trinkt, man tanzt, man redet blödes Zeug. Und irgendwann wacht man am nächsten Tag zwischen Konfetti und leeren Rotweinflaschen auf und fragt sich – wie sind wir denn auf dieses Thema gekommen? Aus dem Nebel steigt ein kruder Dialog hervor: „Du bist Vegetarier?“– es ging wohl ums irgendwie versehentlich vegetarisch geratene Büffet. Uff.

Schuld war a) der Alkohol? b) der Alkohol? oder c) mein literarisches Unvermögen? Nein, nein, Fehler machen natürlich nur die anderen, und so beschließe ich selbstbewusst, das besagter Partygast keine Ironie versteht.

„Keuschheit –ein Selbstversuch!“

Überhaupt finde ich, dass wir Pflanzenesser uns oft ein wenig zu ernst nehmen. Auf Facebook war ich bis neulich versuchshalber einer lokalen Vegan-Gruppe beigetreten. „Neulich“, das war der Zeitpunkt, an dem ich zu einem gemeinsamen Keksebacken mit ausdrücklich alkoholfreiem Glühwein geladen wurde. Wer kein Fleisch isst, ist also wieder Kindergartenkind?, stutze ich und recherchiere. Die „Vegan Rebels“, die hier zum Kinder-Krippenfest aufrufen, betreiben – wie soll es auch anders sein – einen veganen Blog. Hier schreiben trockengelegte Yoga-Lehrer über Fleischlos-Themen – im doppeldeutigen Sinne. Mein Lieblingsartikel: „Keuschheit – ein Selbstversuch“– ein wahr gewordener Veganer-Witz! Übrigens: Meine rebellische Anmerkung, Alkohol könne genauso gut vegan konsumiert werden – abgeschmettert! „Christina, vegane Rebellen trinken keinen Alkohol“. Klick: „Gruppe verlassen“! Ökospießer.

Ein gefundenes Fressen

Schwierig finde ich auch, wenn man dieses „sich zu ernst nehmen“ noch auf andere überträgt. Besonders wenn diese Anderen sich nicht wehren können. Sie ahnen worauf ich hinaus will? Man kann inzwischen selbst Hunde vegan ernähren! Und das nicht nur mit rebellisch gebackenen Keksen: Die Futtermittelindustrie hat längst ein Geschäft daraus gemacht – erfolgreich. Wieder ein gefundenes Fressen (Achtung Wortwitz!) für alle Veganer-Kritiker. Denn dieses Beispiel beweist, was man uns Fleischverweigerern gern unterstellt: Wir müssen unsere Ethik stets anderen Lebewesen aufdrängen.

Oder? Im Internet habe ich ein Zitat gefunden: „Früher bekamen ‚unsere‘ Hunde üblicherweise die Reste unserer Mahlzeiten, die nur selten Fleisch enthielten. Fleisch in diesen Mengen wie heute war früher unvorstellbar. Somit wurden Haustiere früher auch vorwiegend fleischlos ernährt.“ Stimmt. Aber eben auch nur vorwiegend. Ein gesundes Maß wäre hier – wie so oft im Leben – angebracht.

Sex, Drugs & Tofuwurst – für alle!

Aber so ist es nun mal mit Trends: Ihre Interpretation ist exzesshaft. Und obwohl man bei ernsthaften Themen wie „Massentierhaltung“ natürlich nicht lachen darf – einige Auswüchse des derzeitigen „Vegantrends“ sind schlicht zum Hinten-überfallen. Gerade für Langzeit-Fleischlose wie mich.

Denn: Kinder! Wer kein Fleisch isst, muss deshalb doch nicht auf sämtlichen Spaß verzichten! Das ist bestimmt nicht gesund. Weshalb mein Credo lautet: „Sex, Drugs & Tofuwurst – für alle!“ Denn lang lebt, wer am längsten lacht. Erst recht über sich selbst.

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