Marrakesch im Februar | Die besten Tipps

Marrakesch im Februar

Eine Stadt der Gegensätze, eine Perle des Orients, das Tor nach Afrika, die Rote Stadt –Marrakesch hat viele Namen. Manch einer sagt sogar, die Stadt mache süchtig. Dabei präsentiert sich Marrakesch im Februar besonders vielseitig und gegensätzlich, hat Frieda auf ihrer Reise herausgefunden. Und zwar nicht nur in Sachen Wetter …

Marrakesch im Februar

Schreiende Markthändler, die Flöten-Klänge eines Schlangenbeschwörers wehen herüber, ein Äffchen auf der Schulter seines Dompteurs schreit, die Trommler scharen Menschentrauben um sich, während ein Roller mit mörderischer Geschwindigkeit gefährlich nah an einem vorbeiknattert: Der Djeema el Fna, besser bekannt als Platz der Gaukler, ist ein touristischer Ort – zugegeben. Aber auch ein Ort, an dem man den vibrierenden Puls der Stadt spürt. Wer hier nicht war, war nie in Marrakesch. Vom Platz aus führen kleine Gassen in das verworrene Labyrinth der Medina. Nur wenn man sich treiben lässt, hat man die Chance, wieder einen Ausweg zu finden. Der gemeine Deutsche mit seinem Sinn für Ordnung hat ohnehin keine andere Wahl, als sich dem hinzugeben. Und das kann herrlich aufregend sein.

Marrakesch im Februar

Marrakesch im Februar: Das Wetter – heiter bis regnerisch

Marrakesch im Februar ist vergleichsweise noch untouristisch, die Stadt platzt noch nicht aus allen Nähten, die Hitze brüllt noch nicht, sie mauzt maximal. Schöne 25 Grad erreichen die Temperaturen in Marrakesch im Februar. Oder man hat Pech: Dann zeigt sich der zweite Monat im Jahr mitteleuropäisch, regnerisch und grau. Eindrucksvoll bleibt die Kulisse aber bei jedem Wetter. Und wenn man das Glück hat, sich in einem hübschen Riad eingemietet zu haben, vertrödelt man die Zeit bei einem guten Buch am Kamin – und bekommt dennoch eine Idee von der Kultur Marokkos. Denn in Riads, den alten Stadthäusern, könnte man urprünglicher und zugleich stilvoller nicht residieren.

Riyad El Cadi Marrakesch im Februar

Ein Refugium in der Medina: Das Riyad El Cadi

In einer Seitengasse der belebten Medina, befindet sich einer der wie ich finde schönsten Orte von Marrakesch: Das Riyad El Cadi. Wenn man als Gast den Trubel der Gassen verlässt und durch das kleine niedrige Tor tritt, das ihn zu den sieben Höfen des Riads führt, wird er sich plötzlich in einer paradiesischen – und in gewisser Hinsicht intelektuellen Ruhe – wiederfinden.Marrakesch im Februar

Einst von dem deutschen Botschafter und Liebhaber islamischer Kunst Herwig Bartels entdeckt, wird das Riyad El Cadi heute von den Tochter Julia Bartels geleitet. Sie betreibt das Riad als Hotel mit 15 sehr individuellen Suiten.

Riyad El Cadi Marrakesch im FebruarAuch heute ist Kunst jenes Element, das alles im Riyad El Cadi miteinander verbindet. Hinter jeder Ecke der labyrinthischen Gänge verbirgt sich ein kleiner Schatz: Berberteppiche, Keramik, alte Schmuckstücke, gold-glänzende Wunderlampen, aufwendig geschnitzte Antiquitäten, bunte Kissen und Mosaike dominieren das sorgsam kreierte Interieur. Jedes in Szene gesetzte Kunstobjekt wirkt auch wie eine Hommage an Herwig Bartels, der alle Stücke, die nun für diese besondere Atmosphäre sorgen, einst erstand.

Riyad El Cadi Marrakesch im Februar

Riyad El Cadi: Jeder ist willkommen

Kunst ist eine Sprache, die jeder spricht – unabhängig von seiner Nationalität: und so steht das liebevoll eingerichtete Riyad El Cadi allen offen, die einmal durch die hübschen Innenhöfe, die nach Orangenbäumen duften, streifen und einen Minztee in einen der gemütlichen Alkofen trinken wollen. Absolut empfehlenswert, da im Riyad erholsame Ruhe herrscht – ein schöner Kontrast zum Gewimmel der Gassen. Wer mag, bleibt noch ein wenig länger: Mittags und abends wird authentische marokkanische Küche serviert. Der Lunch (2 Gänge) kostet faire 18 Euro, das Dinner (4 Gänge) 37 Euro. Aber Obacht! Ihr solltet besser Hunger mitbringen. Im Riyad El Cadi hält man es großzügig und gastlich und so sind die Gänge üppig!Marrakesch im Februar

Marrakesch im Februar: What to do…

Natürlich sollte man in Marrakesch im Februar die klassischen Sehenswürdigkeiten besuchen: Yves Saint Laurens Jardin Majorelle beispielsweise verzaubern im klaren Morgenlicht. Der Modeschöpfer war einer der Berühmtheiten, der Marrakesch in den 1960ern für sich entdeckte – und dafür sorgte, dass der Hippie-Jetset sich hier einnistete.Marrakesch im Februar

Ebenfalls empfehlenswert: Die Medersa Ben Youssef, eine ehemalige Koranschule, die besonders Architektur-Interessiert sehr zu empfehlen ist und ein Paradebeispiel marokkanischer Handarbeit ist. Eigentlich ist eines der Must-Do’s auch eine Expedition in das Atlas-Gebirge, etwa eineinhalb Stunden von Marrakesch entfernt. Doch wenn die Zeit knapp ist, schafft man den Tagesausflug meist nicht.Marrakesch im Februar

Wer dennoch die umliegende Landschaft und Schönheit Marrakeschs entdecken möchte, dem sei ein Besuch im Royal Palm Beachcomber empfohlen: Das luxuriöse Sechs-Sterne-Hotel ist mitten in der sonst recht staubig-rötlichen Landschaft Marokkos errichtet, etwa 20 Minuten südlich von Marrakesch. Wie eine Oase mutet der große, grüne Park mitsamt Golfplatz an.Marrakesch im Februar

Dennoch rühmt man sich in dem Hotel mit Nachhaltigkeit: Das Royal Palm Beachcomber wurde mit dem Eco-Label Green Key ausgezeichnet. Hier genießt man bei einem (fair kalkulierten) Drink an der Bar oder im marokkanischen Restaurant AL AÏN auf der Terrasse ein orientalisches Dinner. Was immer mit serviert wird: Der sagenhafte Blick über die hübsche Poollandschaft und den üppigen grünen Park hinweg auf das Atlasgebirge.

Marrakesch im Februar

Ein Nachmittag im La Mamounia

Für Winston Churchill hingegen gab es keinen schöneren Platz auf der Welt als das legendäre Palast-Hotel La Mamounia in der Roten Stadt. Und da Marrakesch im Februar wettertechnisch durchaus unbeständig sein kann, haben wir uns an einem durchwachsenen Nachmittag auf den Weg in das berühmte Hotel gemacht – für einen Lunch und ein bisschen Wellness. Denn das Spa im La Mamounia gilt als eines der besten der Stadt und bietet im Winter wie im Frühling bestimmte Day Spa Pässe (ab umgerechnet etwa 140 Euro), die nicht nur den Zugang sowie eine Massage oder eine Hamam-Behandlung inkludieren, sondern auch ein Mitagessen im hübschen L’Italien – einem der drei Restaurants des Hotels. Dort wird leichte italienische Küche serviert – selbstverständlich mit Blick auf den hübschen, nach Jasmin und Orangenblüten duftenden Park.

Marrakesch im Februar

Danach machen wir uns auf in den 2.500 großen Wellness-Bereich. Der besteht quasi aus zwei Teilen: Einer von zwei Fitness-Pavillon mit großen Outdoor-Pool, Jacuzzi und Sauna befinden sich einige Gehminuten vom eigentlichen Spa entfernt im schönen Garten. Der Wellness-Bereich, der wiederum von der Lobby über einen Innenhof erreichbar ist, bietet einen Indoor-Pool, Sonnenterrasse, Ruheräume, Umkleiden und Behandlungsräume. Besonders empfehlenswert: Ein echtes marokkanisches Hamam. Das hat nur wenig gemein mit der türkischen Schaumwaschung, inkludiert neben dem Peeling unter anderem eine Schlamm-Maske und sorgt für eine so zarte Haut; die hatte ich zuletzt mit 12. Beseellt und entspannt verlässt man das La Mamounia. Allein: Das legendäre Hotel ist so luxuriös, so stilvoll und berühmt, man fühlt sich in Sneaker und Jeans chronisch underdressed. Auch wenn es seltsam mag, sich für den Spa schick zu machen: Das nächste Mal, wenn ich das La Mamounia besuche, ziehe ich ein Kleid ein.

Marrakesch im Februar

Apropros nächstes Mal: Es dürfte nicht allzu lange dauern, bis ich nach Marrakesch wieder reise – vielleicht im Februar, vielleicht auch mal im Spätsommer. Hauptsache so rasch wie möglich. Man sagt ja, die Stadt macht süchtig. Ich glaube, nach meinem Besuch von Marrakesch im Februar, an diesem Spruch ist etwas dran…

Marrakesch im Februar

© Fotos: Jan Kirmis / Friederike Hintze / Unsplash.com


Friederike HintzeFriederike Hintze, oder lieber Frieda, gründete gemeinsam mit Marie von der Heydt den Blog Louise et Hélène. Seit vielen Jahren arbeitet sie als freie Journalistin und Bloggerin im Lifestyle-Bereich. Frieda liebt guten Wein und gute Bücher,  ist am Liebsten unter Freunden oder an der Küste – oder beides – und geht gerne Laufen. Wenn sie für sich ist, guckt sie mehr oder minder heimlich Unter Uns. Und zwar seit der ersten Folge.

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