Kurzinterview mit Rebekka Hartmann

Rebekka Hartmann

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Bereits im Alter von fünf Jahren begann die Geigenspielerin Rebekka Hartmann mit dem Geigenspiel – und zwar nach der Suzuki-Methode. Sie lernte erst mit dem Gehör, später folgten die Noten. Heute gilt die Münchnerin mit bosnischen und serbischen Wurzeln als Virtuosin ihres Fachs, wird für ihre Kunstfertigkeit und ihre Technik hochgelobt. Mit uns sprach Sie im Kurzinterview über die Zukunft der klassischen Musik…

Rebekka, stirbt die klassische Musik aus?

Das glaube ich nicht. Natürlich ist Klassik nichts, was man am bequemsten mit einer Flasche Bier in der Hand auf der Couch konsumiert. Man muss sich aufraffen, einlassen, auseinandersetzen, um die wahre Schönheit zu erkennen. Klassik wird vor allem live zum Erlebnis, als Manufaktum-Kultur. Und das wissen viele Leute nach wie vor zu schätzen.

Warum ist klassische Musik noch heute aktuell?

Ich glaube, gerade in Zeiten der schnellen, rasanten Digitalisierung, ist etwas Stetiges, etwas Überliefertes umso wichtiger. Die Menschen sehnen sich danach, in einer Art – nun ja – biedermeierischen Bestreben. Und das ist wunderschön und wichtig.

Was ist für Dich das Besondere an der Klassik?

Klassische Musik bietet viel Raum für Interpretation und Variationen. Das ist das Großartige. Jeder Interpret hat seinen eigenen Zugang zu dem jeweiligen Stück oder dem Komponisten. Das Besondere ist, dass die Musik im Moment des Erklingens schon wieder verweht ist. Und dass jedes Stück und jede Aufführung immer ein Unikat bleiben.

Und auch die Räumlichkeiten verändern sich. Die Konzertsäle haben heute ein ganz anderes Potential als noch vor ein paar Jahren. Das verändert die Musik. Das finde ich spannend.

 Ist klassische Musik für jedermann?

Unbedingt. Damals wie heute. Ich finde, Klassik ist überhaupt nichts Elitäres und ich denke auch nicht, dass man einen analytisch-intellektuellen Zugang oder ein geschultes Ohr braucht. Im Gegenteil: Der Genuss kann ganz ohne Vorkenntnisse genauso groß sein. Indem man sich einfach öffnet, von der Musik durchströmen lässt. 

Wie holt man sich junges Publikum ran? Sterben die Liebhaber klassischer Musik nicht irgendwann aus?

Ich denke, hier hilft Gelassenheit und Weitsicht. Es bringt nichts, händeringend um junges Publikum zu buhlen, wenn nicht ein gutes Konzept dahintersteht. Klassik war schon immer eine Kunstform für die reiferen Semester. Der Anteil derer, die sich von frühester Jugend an für Streichquartette und Klavierkonzerte begeistern, ist konstant gering. Insofern bin ich sicher, dass Publikum auch weiterhin „heranwächst“.

Ist Deutschland ein interessanter Standort für klassische Musik?

Oh ja! Deutschland hat das dichteste Netz von Sinfonieorchestern und Opernhäusern weltweit – und ein ebenso konkurrenzlos günstiges Preisniveau. 

Noch eine persönliche Frage: Was ist Dein größtes Ziel, Dein Antrieb?

In voller Energie stehen und losgelöst von der Welt spielen.

Liebe Rebekka, lieben Dank für das Gespräch.

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