Kék Ló Berlin | Upcycling Fashion & veganes Essen

Kék LóFacebook machte es möglich, dass Virag Toth und Konstanze sich kennenlernten. Aufgrund gemeinsamer Interessen, stellte die eine der anderen eine Freundschaftsanfrage, die prompt auf Interesse stieß. Bei einem ausgelassenen Plausch lernte Konstanze nicht nur Virag kennen, sondern auch ihren bezaubernden Upcycling Fashion Store mit vegetarisch veganem Café Kék Ló Berlin. Was das ganze mit einem blauen Pferd zu tun hat, liest du hier.

In der der Gräfestraße 65 a in Berlin Neukölln, wo bis vor vier Monaten noch eine Shisha Bar war, eröffnete Virag Toth das vegetarische und vegane Restaurant Kék Ló Berlin. Weil sie sich mit 16 Jahren in Berlin verliebt hat, war für die Ungarin klar, sie möchte dort leben und etwas zum Stadtgeschehen beitragen. Inspiriert von der Energie der Stadt und den aufgeschlossenen Menschen wuchs die Idee eines Concept Stores. Virags Leidenschaft gilt der Mode. Sie sagt, sie sei schon immer fasziniert gewesen von dem Handwerk, von den Stoffen und von den Geschichten, die Kleidung erzählen kann. Als ich sie nach ihrer Ausbildung frage, sagt sie sie habe „pattern making“ gelernt. Der mir bis dato unbekannte Beruf beschäftigt sich mit dem Erstellen von Mustern für Kleidung. Dieses Wissen gepaart mir ihrer unstillbaren Neugier machte sie zu einer fantasievollen Designerin, die alte Kleidung neu interpretiert. Zusätzlich kocht Virag für ihr Leben gern. Da liegt es auf der Hand, dass sie einen Fashion Store/Restaurant eröffnen muss. Vegan natürlich, weil das in Berlin ja immer gut ankommt.

2hand war gestern. Upcycling ist der neuste Schrei.

Upcycling ist wohl das neue Premium 2hand. Aus alten Materialen werden komplett neue Gegenstände erschaffen. Durch schneiden, nähen, kleben, reißen, färben und anderen Techniken, die sich in kreativen Köpfen tummeln, entstehen individuelle Einzelteile. Alles im Zuge des Individualismus und der Wertschätzung für das Objekt. Das funktioniert sowohl mit Kleidung als auch mit Einrichtungsgegenständen oder Fahrrädern. Was in der Schönheitschirurgie seinen Anfang fand, macht nun auch in unseren Alltagsgegenständen die Runde.

Virag sammelt schon lange Stoffe. Aus dem Kostümfundus, von Freunden, 2hand Läden und anderen geheimen Quellen bezieht sie die Materialen aus denen sie futuristische unisex Mode näht. Die charmante Ungarin kombiniert verschiedenste Formen, Farben Materialien und Styles zu einem ausgefallenen Kleidungsstück. Kombinationen die auf den ersten Blick irrwitzig scheinen, harmonieren unter Virags Führung. Alltagstauglich scheinen mir die Einzelstücke aus dem Kék Ló Berlin nicht. Aber was weiß ich schon! In Berlin kann sowieso jeder zu jederzeit alles tragen. In jedem Fall sind die Jacken, Shirt, Hosen und Kleider sehr bequem. Darauf legt Virag besonderen Wert. Auch einzelne Möbelstücke arbeitet sie auf und um. Sie gibt so viel Liebe und Intention in ihre Arbeit, dass sie manchmal fast traurig ist, wenn sie ein Stück verkauft, weil sie es dann nicht mehr sehen wird. Andererseits gefällt ihr besonders das bei ihrer Arbeit. Gegenständen ein neues Leben und eine neue Geschichte geben. Alten Stoffen neues Leben einhauchen. Nur eines macht die Tausendsassarin nicht selbst. Der Schmuck im Kék Ló Berlin kommt von der Designerin Szimona Jemeljanov.

Kék Ló: Kleiderbummel und eine vegane

So lange das designen und erschaffen der Kleidung noch Virags Obhut unterliegt, bekommt sie bei zubereiten der vegetarisch und veganen Speisen hilfe von ihrer 19-jährigen Tochter. Die beiden kreieren sowohl süße als auch herzhafte Speisen. Quiches, Tartes, Salate, Kuchen und was die vegane Küche sonst noch so hergibt. Demnächst tasten die beiden sich auch an Raw Food Gerichte ran. Hauptsache alles frisch und gesund. Gelegentlich gibt es auch traditionell ungarische Speisen, wie die Apple Cinnamon Soup. Ein Mal im Monat reist die Selfmade Köchin zurück nach Budapest um sich Inspiration zu holen und ihre zweite Bar Kék Ló Budapest, in einem upcoming Bezirke der Stadt, zu besuchen.

Kék Ló und das blaue Pferd

Blaues PferdKék Ló bedeutet übersetzt ‚blaues Pferd‘. Bei der Eröffnung von Virags erstem Laden, vor 10 Jahren, hatte sie kein Geld für eine Schaufensterpuppe. Sie improvisierte und baute aus unterschiedlichen Materialen ein blaues Pferd, dass zum präsentieren ihrer Kleider herhalten musste. Der Name des Ladens, Kék Ló – das blaue Pferd war geboren.
Einmal mehr hat Virag Toth damit Kreativität und Mut bewiesen. Wir wünschen uns mehr Frauen mit diesen Eigenschaften und dem Gespür für Mode. Besucht Virag im Kék Ló und überzeugt euch selbst von ihrem Talent.

Alle Infos zu Kék Ló

// Kék Ló Adresse: Gräfestraße 65a, 10967 Berlin.
// Öffnungszeiten:
Mo-Fr: 10:00 bis 19:00 Uhr
Sa 14:00 Uhr bis 19:00 Uhr
// Kék Ló auf Facebook

Fotos: © Konstanze Teschner


Konstanze-TeschnerKonstanze Teschner ist eine umtriebige Kulturliebhaberin. Wenn die Berlinerin nicht gerade Sport treibt oder Kulturwissenschaften studiert, hängt sie gerne auf Ausstellungen, in Museen oder auf Lesungen ab.

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