Internationales Kurzfilmfestival „Interfilm“ – Der Filmquickie

Internationales Kurzfilmfestival Berlin Ein „kurzes“ Vergnügen: Das Internationale Kurzfilmfestival Berlin | Foto: PR / http://www.interfilm.de[/caption%5D

Gestern endete das 30. Internationale Kurzfilmfestival in Berlin, das zweitgrößte und älteste seiner Art. Unsere Autorin Konstanze Teschner war vor Ort und erkannte: Es müssen nicht immer stundenlange Filme im Stil von Lars von Trier sein …

von Konstanze Teschner

Dass Filme auch innerhalb von wenigen Minuten eine Message übermitteln können, ihre Zuschauer berühren oder erheitern können oder einfach nur Spaß machen, bewies das International Short Film Festival Berlin letzte Woche. Ich kam am vergangenen Donnerstag in den Genuss mir eine ganze Reihe von Filmen anzusehen. Das Motto war Bike Shorts, der Veranstaltungsort der wunderbare rote Salon der Volksbühne.

Bezaubernd und sozialkritisch: Ein kurzer Abriss der Filme

Internationales Kurzfilmfestival Berlin Interfilm Berlin Auch Animationsfilme werden auf der Interfilm Berlin gezeigt | Foto: PR / http://www.interfilm.de[/caption%5D

Nach einer kurzen persönlichen Begrüßung startete der Abend mit dem Film Busy, der den Alltag eines Fahrradkuriers in schnellen, nervösen Sequenzen darstellt. Als Animationsfilm wurde die bezaubernde Geschichte eines Elefanten gezeigt, der sich nichts sehnlicher wünscht als ein Fahrrad. Der Titel des kleinen Meisterwerks: le velo de l’éléphant. Ein weiteres Mal stand der Fahrradkurier im Mittelpunkt in Delivery. Diesmal ist der Protagonist ein alter Mann, der seinen Lebensunterhalt durch das Ausliefern von Pizza mühevoll bestreitet. Noch eine Spur sozialkritischer geht es in My Ride zu. Darin erlernen junge Musliminnen das Fahrradfahren und ersuchen sich so ein Stück Emanzipation. The coldest March beschreibt ein Experiment von Freunden, die an drei Tagen durch Großbritannien radeln. Neben beeindruckenden, intensiven Bildern, zeigt The coldest March wie hart die Liebe zum Fahrradfahren sein kann. Neben einem Hip Hop Video namens Motherfucking Bike und dem 1.30 Minuten langem Film Unicorn wurde das etwas fragwürdige Werk The Spinster gezeigt. Darin verwandelt sich eine rachsüchtige Frau in einen Fahrradwehrwolf. Dass der Film bei weitem am schlechtesten ankam, bewies die Möglichkeit, der Regisseurin nach der Vorführung Fragen zu ihrer Arbeit zu stellen… Was niemand tat und stattdessen den Heimweg antrat oder sich noch auf ein Glas Wein in eine Bar zurückzog…

Das Internationale Kurzfilmfestival Berlin: Ein Besuch lohnt sich

Insgesamt wurden auf dem Internationalen Kurzfilmfestival 630 Filme aus 70 Ländern gezeigt. Dabei wird nahezu jeder Sparte abgedeckt, und diese Vielfalt macht das Festival so besonders. Im Jahre 1982 wurde es als Super-8-Filmfest in Berlin-Kreuzberg gegründet. Während die Eröffnungsfeier im Roten Salon der Volksbühne stattfindet, sind die meisten anderen Veranstaltungen zum Großsteil im Kino Babylon. Eine bunte Mischung aus Events ergänzen das filmische Programm alljährlich. Zugegeben, nicht jede Arbeit ist auf dem Internationalen Kurzfilmfestival ein denkwürdiges Meisterwerk, aber dieser Abend hat für mich bewiesen, dass das wenig beachtete Genre des Kurzfilms mehr Aufmerksamkeit verdient und man sich öfter einen „Quickie“ gönnen sollte …

 


Konstanze Teschner ist eine umtriebige Kulturliebhaberin. Wenn die Berlinerin nicht gerade Sport treibt oder Kulturwissenschaften studiert, hängt sie gerne auf Ausstellungen, in Museen oder auf Lesungen ab.

 

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