Good Bank | Salat aus gläsernen Schränken

Good Bank Berlin

Ein wenig futuristisch mutet das Good Bank, wenn man das erste Mal den schmalen Laden betritt, schon an – und ganz schön clean. Dabei hat es das Konzept in sich: Hier wird das Essen auf der Karte quasi direkt im Restaurant selbst angebaut. Genauer gesagt: In speziellen Glasschränken. Wie das schmeckt, haben Frieda und Konstanze ausprobiert…

Good Bank Berlin

Nachhaltigkeit ist das oberste Credo im Restaurant Good Bank. Hier folgt man dem Vertical Farming-Trend, eine urbane Bewegung, der es darum geht, die Landwirtschaft wieder näher zu den Konsumenten zu bringen. Dafür werden Gemüse in der Vertikalen, sprich in der Höhe, quasi angebaut. Konkret bedeutet das im GOOD BANK: In gläsernen Hochregalen, gebaut von dem Kreuzberger Start-up Infarm, wachsen verschiedene Salate unter kreisenden LED-Lampen in so genannter hydroponischer Aufzucht (sprich, in Wasser und so über Nährstoffe versorgt). Der Vorteil: Kurze Wege zum Endverbraucher, dadurch größtmögliche Frische ohne Verpackungsmüll.

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Good Bank Berlin: Das erste Restaurant seiner Art

Vertical Farming in einem Restaurant – das ist weltweit einzigartig. Zwar gibt es in den USA bereits ähnliche Konzepte. Dennoch: Das GOOD BANK, das die Idee von Ema Paulin (ehemalig in der Elektromobilität tätig) und Leandro Vergani, war, ist das erste Vertical Farming Restaurant seiner Art. Doch wird der ökologische Fußabdruck des Restaurants GOOD BANK nicht durch die enormen Stromkosten zerstört? Im Gegenteil, erklärt uns die Marketing Assistentin Mirjam. Dadurch, dass die Glas Regale neben der LED-Beleuchtung nicht noch zusätzlich gekühlt werden, schlucken die Konstruktionen nicht viel Strom. Plus: Die Lieferung und Lagerung von frischen Produkten aus anderen Ländern wie auch die Instandhaltung der Kühlkette ist derart unökologisch, dass selbst bei höherem Stromverbrauch das Konzept von Vertical Farming nachhaltiger ist. Plus: Das, was nicht direkt im Laden angebaut wird, wird möglichst nachhaltig eingekauft.

Guten Gewissens lesen wir uns also durch die Karte und können uns gar nicht entscheiden. Natürlich, fotogen muss das Essen sein, doch dass wir uns darum eigentlich nicht hätten kümmern müssen, fällt uns später erst auf: Großartig klingende Salate, die meisten davon glutenfrei, frisch belegte Sandwiches, kaltgepresste Säfte, Suppen und kleine Naschereien. Wer es ganz individuell mag, kann sich seinen Salat selbst zusammenstellen. Auch kaltgepresste Säfte, hausgemachten Eistee und sogar Wein und Prosecco findet man ebenfalls auf der Karte. Smoothies oder Superfood-Bowls hingegen fndet man hier vergebens. Und das ist auch gut so. Zwar ist das Good Bank nachhaltig und sicherlich auch gesund, auf den Selbstoptimierungswahn springt man hier allerdings nicht auf!

Good Bank Berlin

Good Bank Berlin: Wie schmeckt’s denn da?

Wir entscheiden uns für drei Salat: „Pulled Beef Brisket“ ist ein Salat aus Spinatblättern, Pulled Beef, Rotkohl, gerösteten Pastinaken, Mandeln, Zwiebelmarmelade und Dijon Mayonaise – und schmeckt herausragend gut! Toll ist, dass an dem Fleisch wahrlich nicht gespart wird. Knackig, knusprig und zart: Dieses Gericht vereint nahezu jede Textur, die man von einem Salat erwarten darf. „Carrot Quiona“ wiederum besteht aus sehr gut gegarter Quiona, Zigenkäse (sagenhaft cremig!), Kichererbsen, gebratenen Karotten, Rucola und Chili-Vinaigrette. Ebenfalls sehr köstlich, auch wenn – zumindest bei unserem Besuch – das Dressing noch etwas spritziger und vollmundiger hätte sein können. Das dritte Gericht ist mein persönlicher Liebling, genannt: „Jalapeno Chicken“, ein würziger, recht scharfer Salat mit marinierten schwarzen Bohnen, gebratenen Huhn (ebenfalls nicht zu knapp abgewogen), Avocado, Spinatblätter, Kirschtomate, Praprika, Tortilla und Honig Jalapeno Dressig: Herrlich gut. Wer braucht da noch fettiges Fast Food?

Das Beste: Wir entschieden uns bei jedem Gericht für die kleine Variante – und die macht richtig satt. Obwohl Konstanze und ich beide richtig gute Esser sind, schafften wir zu zweit keine drei Schüsselchen auf. Sprich: Zum Lunch reicht die kleine Version in jedem Fall. Wer richtig großen Hunger hat, kann stattdessen die Größe L wählen, bekommt dafür dann aber auch ordentlich aufgetischt.

Good Bank Berlin

Und was kostet der Spaß?

Man kann es sich denken: Spottbillig sind die Preise im Good Bank nicht, aber auch nicht vollkommen überteuert. Die kleinen Salate kosten zwischen 5,90 Euro und 8,70 Euro. Für Mitte-Verhältnisse und für die unschlagbare Frische der Produkte, sind das angebrachte Preise. Was etwas überrascht: Die vegetarischen Gerichte sind nicht unbedingt günstiger, als jene mit Fleisch. Und das aus gutem Grund: Manche hochwertigen Produkte wie Ziegenkäse oder Honigsamen sind schlichtweg im Einkauf teurer, als beispielsweise Huhn – selbst, wenn es sich um Fleisch von glücklichen Hühnern handelt, erklärt Ema Paulin. Die Preise, das versichert uns die Gründerin und Unternehmerin, sind in jedem Fall nicht wahllos getroffen. So wie nichts wahllos im Good Bank ist – sondern sorgfältig ausgewählt und zubereitet. Wir finden: In jedem Fall mal vorbeischauen!

Good Bank Berlin

Alle Infos zu Good Bank Berlin

Adresse: Good Bank Berlin. Rosa-Luxemburg-Straße 5, 10178 Berlin
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag, 11:30 Uhr bis 22 Uhr
Das letzte Wort: Im Übrigen liefert Good Bank auch via Deliveroo

Fotos: © Konstanze Teschner

 

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