Fashion Week Berlin Sommer 2016 // Die besten Shows

© Stefan Kraul

An den schönsten Sommertagen fand dieses Jahr die Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin statt. – und zwar nicht im Zelt vorm Brandenburger Tor. Nein, wegen der EM 2016 und dem damit verbundenen Public Viewing vor Berlins Wahrzeichen, zog die Fashion Week, wie schon vor zwei Jahren, in den Wedding in die coole Location des Erika-Heß-Eisstadium um. Und selbstverständlich haben wir uns nicht faul an den See gelegt, sondern sind für Euch von Laufsteg zu Laufsteg geturnt. Welche Shows und Designer uns dieses Jahr besonders gut gefallen haben, erfahrt ihr hier …

Berlin Fashion Week: Dienstag, 28. Juni

Bei strahlendem Sonnenschein zeigt Hien Le seine aktuelle Frühjahr-/Sommerkollektion 2017 im Garten des Kronprinzenpalais. Während sich die Farbwahl (Blau, Weiß, ein kräftiges Türkisblau und Mauve-Töne) stetig durch die Kollektion zieht und weniger für Überraschungen sorgt, überrascht die Kombination der Stoffe umso mehr: Baumwolle trifft auf Plissiertes, Seide auf Wolle. Der Look? Geradlinige Schnitte, schöne Bermudas, tolle Jumpsuits, asymmetrische Röcke und Kleider. An den Füßen cleane Trekking-Sandalen. Wir sagen: Mehr davon!

(von Frieda Hintze)


Erstmals bringt das Designer-Duo Steinrohner die neue Frühjahr/ Sommer-Kollektion 2017 im offiziellen Showspace im Erika-Heß-Stadion in Wedding auf den Laufsteg. Unter dem Motto „Cactus“ blieben sie ihrem bekannten Natur-Thema treu. Die neue Kollektion umfasst die Palette von Eleganz und Zartheit bis hin zu Strenge. Die Prints von blühenden Kakteen verleihen den Stoffen einen verspielten Charme. Auch in der Auswahl der Materialien beweisen die Damen von Steinrohner erneut Kreativität. Seide, Neopren, Viskose, Folien und Organza-Stoffe machen die Kollektion zu einem kleinen Erlebnis. Die Kombination aus weiten Schnitten und leichten Stoffen setzten die Silhouetten der Frauen gekonnt in Szene. Die Sommerschnitte von Steinrohner erzählen ein kleines Wüsten-Märchen und verleihen der Trägerin einen geheimnisvollen Glanz.

(von Konstanze Teschner)


Berlin Fashion Week 2016 die besten Shows

City Cube, Messe Süd – ein Großteil der eingeladenen Gäste bei Marc Cain hatvon dieser Location sicherlich noch nie gehört. Abseits jeglicher „Hipsterness“ und der MBFW Location, dem Erika-Heß-Eisstadion im Wedding, findet am Dienstagabend die Show des traditionsreichen Bodelshausener (Baden-Württemberg) Labels Marc Cain statt. Nach einer Begrüßung mit Geldermann-Sekt geht es in den von Palmen-Videos flankierten, hallenartigen Show-Saal, und erstes Ferien-Feeling kam auf. Mehrere Plastikpalmen schmücken den Raum, auf dem verzweigten Catwalk sind an den Orient erinnernde Teppiche ausgelegt. Jeder Gast mit Seating-Karte bekommt ein Front-Row-Ticket. Denn es gibt nur eine einzige Stuhlreihe entlang des sternenartig angelegten Laufstegs. Unter jedem Stuhl wartete ein hübsches Goodie-Bag mit feiner Kosmetik von La Bioesthetic , weißem Sonnenhut und einem Palmenkettchen von Marc Cain – und zum Glück 2 Müsliriegel, die das Warten auf den Showbeginn versüßten. Erst mit  40 Minuten Verspätung geht es los. Die Fotografen können von den geladenen Promis wie Iris Berben, Alessandra Ambrosio, Milla Jovovich und Lena-Meyer Landrut einfach nicht genug bekommen. Die präsentierte Mode für den Sommer 2017 läuft unter dem Motto „Happy Hour“ und ist wie erwartet blumig, bunt, urlaubstauglich und typisch Marc Cain. Blusen im Paisley-Muster, Maxi-Kleider in knalligem Rot und Orange, blumige Mini-Kleider, Hängerchen in Weiß, die wie für den Urlaub oder ein Hippie-Festival gemacht sind. Doch auch einige Teile in klassischem Schwarz wie ein cooler Overall sind dabei.

Insgesamt eine gelungene Show von Marc Cain mit sehr tragbarer, fröhlicher Sommermode, einer der exklusivsten Gästeschar der gesamten Berliner Modewoche und genialer Musik (Drake!) Und ja, einer zumindest für Charlottenburger super gut zu erreichenden Location, direkt neben der Mode-Fachmesse Panorama Berlin.

(von Kaya Müssig)


Berlin Fashion Week: Mittwoch, 29. Juni

Schwarz kann ja jeder – Anja Gockel setzt im kommenden Sommer lieber auf Farbe. Knallfarbe, um genauer zu sein: leuchtend orangefarbene Kleider, quietschgelbe Blusen, dazu bunte Länderfahnen, die wahlweise als Rock, Armschmuck oder Schal fungieren.  Die Designerin, die in diesem Jahr das 20jährige Jubiläum ihres Labels feiert, sieht die Flaggen als Symbol für die Fusion von Individualität und Integrität. Für Fans stehen sie gleichzeitig für Multikulti. Was ja irgendwie perfekt zur Fußball-EM passt. Für die Kollektion Frühjahr/Sommer 2017 holt sich Anja Gockel Inspiration von der amerikanischen Punkrock-Legende Patti Smith. Dazu gehören nicht nur die kräftigen Farben, sondern auch lässig-feminine Schnitte, fließende Stoffe und Kombinationen aus knallbunter Bluse mit edlem schwarzem Rock. Mustermix von originell bis gewagt (besonders auffällig ist ein Mantel mit schwarz-weiße Karos und großen Blüten auf hellblauem Untergrund!), traumhafte Jacquard-Blusen und –kleider und kleine Details vom Schlitz am Rocksaum bis zur freien Schulter machen die Kollektion zu etwas Besonderem.

(von Silke Böttcher)


Sport trifft Weiblichkeit – so kann man die Kollektion von Minx für Frühjahr/Sommer 2017 beschreiben. Eva Lutz schickt die Models auch schon mal mit Sport-Hoodies über den Laufsteg. Aber genauso mit langen, flatternden Röcken und lässigen, luftig leichten Oberteilen. Models wie Rebecca Mir, Franziska Knuppe und die aktuelle Gewinnerin von Germany’s Next Topmodel, Kim Hnidzko führen die Stücke vor, umjubelter Star aber ist – wie immer – das Curvy-Model Angelina Kirsch. Die Farben sind bei Minx im nächsten Sommer gedeckt – Pastelltöne und Schwarz überwiegen, aber ein bisschen Drama gibt es trotzdem: Ein goldfarbener Blouson zum schwarzen Kleid, ein weiter Einteiler mit grafischem Muster und die kontrastfarbenen Gürtel an schwarzen oder hellen Mänteln sind Blickfänge der Kollektion. Spektakulär sind die Brautkleider: Ihnen verpasst Eva Lutz einen Saum aus LED-Leuchten, die die Braut förmlich schweben lassen. Mindestens genauso großartig sind die Abendroben in Goldglitzer, Weiß  oder Silber. Perfekt für den ganz großen Auftritt!

(von Silke Böttcher)


 

Immer wieder eine Freude, wenn Philomena Zanetti am Ende ihrer Show den Laufsteg betritt, allein, weil die Designerin eine so bezaubernde Erscheinung ist. Ihre aktuelle Frühjahr-/Sommer-Kollektion 2017 hingegen ist zwar nicht das, was man unter „bezaubernd“ versteht – aber durchaus eindrucksvoll. Denn Zanetti spannt gekonnt den Bogen zwischen cleaner Androgynität und subtiler Weiblichkeit. Gerade Schnitte, hochgeschlossene Kragen, kurze Shorts und dann wieder Taillen-betonende Blazer und rosa-pastellige Farbnuancen. Zanettis Kreationen sind unaufgeregt – und gerade darin liegt der spannende Reiz.

(von Konstanze Teschner)


Berlin Fashion Week: Donnerstag, 30. Juni

Dass Marina Hoermanseder traditionell nicht im Zelt, sondern Offside im Kronpriinzenpalais zeigt, ist fast schon Tradition. Ihre wunderbare Mode kommt in dem hübschen Garten (im Sommer) und den prachtvollen Räumlichkeiten (im Winter) aufs Schönste zur Geltung. So auch dieses Jahr: Mit ihrer Frühjahr/Sommerkollektion 2017 entführt die Wiener Designerin an die französische Riviera. Ihre Kreationen sind eine Hommage an einen heißen Sommertag. Dabei vereint sich Noblesse mit Leichtigkeit: Leuchtendes Orange, Glasperlenblau, flatternde Schmettelinge, ausgestellte Röcke und lässige Boyfriend-Blusen in Kombination mit den fast schon legendären Gürtelschnallenröcken, für die Marina Hoermanseder so bekannt ist. Wieder einmal ist die Wahlberlinerin mit ihrer Kollektion ein Highlight der Berliner Fashion Week und wieder einmal applaudierten die Zuschauer jubelnd. Punktlandung.

Übrigens: Fast genauso aufregend wie die Mode von Marina, ist das Schaulaufen der Prominenz bei ihren Shows: Mirja du Mont, Model Eva Padberg, Model Franziska Knuppe, Cathy Hummels und Moderatorin Johanna Klum waren unter anderem zu Gast bei der diesjährigen Show.

(von Frieda Hintze)


 

„Leinen los“ ist das Motto der aktuellen Frühlings-Sommerkollektion 2017 von Lena Hoschek. Das maritime Thema ist zwar nicht neu, aber von der Wiener Stardesignerin, die auf der Berliner Fashion Week zu den Großen zählt, durchaus neu interpretiert: Jumpsuites mit großflächigen Korallen-Prints, fast kindlich, ganz sicher aber niedlich wirkende verspielte Boot-Aufdrucke, Rot-Blau-Farben, Matrosen-Hütchen und die für die Lena Hoschek so bekannten schwingenden Sixties-Röcke vereinten sich zu einer gelungen, in sich geschlossenen Kollektion. Streifen in allen Formen und Richtungen, längs, breit, quer, zogen sich durch die Kreationen und betonten noch einmal den Namen der Linie „Ahoy“! Auch Hoscheks Abgang nach der Show passte zum Thema: Mit schwimmenden Bewegungen verabschiedete sie sich bei stehender Ovation vom Laufsteg.

(von Konstanze Teschner)


 

Fashion Week Berlin

„The Day After“ heißt die aktuelle Kollektion von William Fan. Der Name ist Programm – und wieder doch nicht: Als habe sich der Designer an einem Katertag inspirieren lassen, tragen die (überraschend jungen) Models Bademantel- und Nachthemden-ähnliche Stücke zu Birkenstock-Pantoffeln. Der Widerspruch: Während die Schnitte an Gemütlichkeit erinnern, wirken die Kreationen aufgrund der gewählten festen Stoffe alles andere als zum „hinlümmeln“, sondern statisch – fast hart. Das gefällt oder nicht – dürfte aber dennoch auf breites Interesse stoßen, denn die Linie wirkt (nahezu) Unisex. Und auch im Anschluss der Show beschreitet William Fan neue Wege und lockt das Publikum in einem angrenzenden Showroom im Kronprinzenpalais, in dem er seine Kollektion sowie Accessoires und sogar Geschirr feilbietet.


Berlin Fashion Week: Freitag, 1. Juli

Feminin, rockig und luxuriös ist die Mode von Irene Luft stets. Und so bleibt sich die Münchner Modemacherin auch dieses Jahr wieder ihrem imposantem Stil treu: Viel Tüll und Spitze, ausladende, eindrucksvolle Kleider, Applikationen, florale Stickereien, Perlen, schimmernde Metallic-Stoffe und aufwendige Haarfrisuren, durch die sich Goldkettchen schlängeln. Im Kontrast dazu: Das zurückhaltende, blasse Makeup der Models. Durchaus ist man von der handwerklichen Exzellenz dieser Stücke beeindruckt, von diesen aufwendig gearbeiteten Roben und Röcken, die von einem großen Talent zeugen der Modemacherin. Jedoch: Sich treu bleiben ist gut und löblich, dennoch zeigt die Designerin dieses Jahr kaum Neues, sondern eher Altbekanntes, Umso mehr freuen wir uns auf die nächste Show von Irene Luft, wenn sie von einer mutigeren Muse geküsst wurde.

(von Frieda Hintze)


 

Lana Müller mag es romantisch! Das betont die gebürtige Hamburgerin auch mit ihrer aktuellen Frühjahrs-/Sommerkollektion. Die (Romantik-)Parameter Rosé, Chiffon und Spitze finden sich eigentlich bei fast jeder Kreation wieder. Dabei verwischt die Designerin mit ihren Stücken die Grenze zwischen Prêt-à-porter und Haute Couture. Das eine oder andere Stück könnte man sich auch auf Pariser Laufstegen vorstellen. Und so bringt die Modemacherin (gemeinsam mit Münchner Kollegin Irene Luft) ein bisschen Luxus zur sonst eher urbanen, hippen Berliner Fashion Week.

(von Frieda Hintze)

Berlin Fashion Week: ethical fashion show & green showroom

Der Postbahnhof stand zur Berliner Fashion Week 2016 ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Die ethical fashion show, die in diesem Jahr schon ihre 10. Ausgabe feierte und der green showroom brachen ihre eigenen Messerekorde. Ganze 168 Labels präsentierten ihre faire und grüne Mode auf ausgebuchter Fläche. Kleider, Schuhe, Accessoires… Außerdem gab es Pressekonferenzen und interessante Diskussionspanels zu mehr Transparenz und Nachhaltigkeit in der Modebranche, aber auch zwei Salonshows mit Outfits von Ackermann, Heartcouture, Mud Jeans, Tranquillo und vielen mehr. Neben alten Hasen mischten auch viele junge und frische Marken mit. Meine Lieblingsentdeckungen? Zum Beispiel Modt aus Berlin und Lovjoi aus Baden-Württemberg!

(von Isabelle Rogge)

Bildnachweis: © wenn nicht anders vermerkt: Mercedes-Benz Fashion Week oder Getty Images

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