Die Fashion Week Berlin: Tag 4 // The Fashion-Diary

Mercedes-Benz Fashion Week Berlin

Letzter Tag auf der Fashion Week Berlin und wir sind laufmüde geworden (die Taxifahrer freute es). Aber ohnehin war der Freitag der diesjährigen Mercedes-Benz Fashion Week in der Hauptstadt gemütlicher, entspannter als sonst. Einer der Gründe: Michalsky feierte dieses Jahr nicht im Ritz-Carlton seine Stylenite. (Stattdessen sind seine Kreationen an 3D-Figuren in der Anna Jill Lüpertz noch bis zum 29. Januar zu sehen.) Trotzdem gab es noch einige großartige Shows am Fashion-Week-Freitag zu sehen. Und wir waren natürlich vor Ort …

Maisonnoée: Mehr davon!

Maisonnoee Fashion Week Berlin

(von Frieda Hintze)

Ich muss gestehen: Vor dem Fashion Week-Freitag kannte ich den Namen Maisonnoée nicht. So beschloss ich im Vorhinein, mich nicht weiter mit der Brand zu beschäftigen und – ohne Vorwissen und so unbefangen wie möglich – in die Show zu setzen.

Leder und Samt, Rot und Schwarz, unaufgeregtes, unprätentiöses Design, klare Schnitte: Das waren die ersten Gedanken, die mir bei der aktuellen Herbst-/Winterkollektion von Maisonnoée kamen. Da wurden Kreationen gezeigt, die wunderbar nach Berlin passen würden. Ungewöhnlich aber nicht extravagant, cool aber nicht provokant. Vor allem die Mäntel von Maisonnoée, die genial geschnitten sind und durch eine Materialkombination aus Leder und festem Baumwollstoff bestechen, haben es mir angetan. Ebenso die knallroten Handschuhe. Genial!

Mit meiner Einschätzung, dass die Kreationen von Maisonnoée hervorragend nach Berlin passen würden (trotz französischem Namen) lag ich, wie ich später herausfinden sollte, genau richtig: Tatsächlich wurde das Label 2013 von der Designerin Sophie Böhmeer nach ihrem Abschluss an der ESMOD Berlin gegründet. Böhmert geht es um alltagstaugliche und tragbare Kreationen, die ausschließlich in unserer schönen Hauptstadt entworfen und in Europa produziert werden. Das Wort MAISONNOÉE ist eine Wortschöpfung und bedeutet „Haus des Friedens, der Stärke und Ruhe“. Sinnbildlich steht der Name für die Entwürfe von Sophie Böhmert: Ruhige, klare Schnittfolgen, zeitlose Designs, die an der Natur, Architektur sowie in verschiedenen Ländern und Kulturen inspiriert sind.

Um es kurz zu machen: Vom Label-Logo bis zum Handschuh – alles gefällt mir bei Maisonnoée. Vieles würde ich tragen! Und so freue ich mich schon auf die kommende Mercedes-Benz Fashion Week, bei dem die Berliner Marke hoffentlich erneut vertreten sein wird. Denn von Maisonnoée will man mehr sehen.


Irene Luft weckt Begehrlichkeiten

Irene Luft Fashion Week Berlin

(von Frieda Hintze)

Als ich das erste Mal die Mercedes-Benz Fashion Week vor vielen Jahren besuchte, war ein Tableau von Irene Luft die allererste Show, auf der ich war. Damals präsentierte die Designerin, die für luxuriöse Prêt-à-Porter steht, prunkvolle Roben und Cocktailkleider. Und auch die diesjährige Herbst-/Winterkollektion zeigt einmal mehr, dass Irene Luft in Sachen Abendkleider eine Ausnahmedesignerin ist.

Von Prunk hat sie sich hingegen dieses Jahr nahezu verabschiedet. Das tut dem Luxusfaktor der Mode allerdings keinen Abbruch und gefällt mir persönlich sogar besser. Die Models wirkten in ihrem Look wie Geisha-ähnliche Erscheinungen. Die Kleider hingegen spielten mit Bedecktheit und Sichtbarkeit. Durchaus zeigte das eine oder andere Kollektionsstück überraschend viel Mode. Verspielte, punktgenau gesetzte Details jedoch verdeckten die wichtigen Stellen, so dass keine der Roben zu offenherzig wirkte.

Die fließenden Stoffe, die femininen, klaren Schnitte, die akzentuierten glamourösen Details – Irene Lufts Kreationen machen eine Frau zu einer ätherischen Erscheinung. Ihre Kollektion weckt auch dieses Jahr Begehrlichkeiten – und den Wunsch, doch eventuell ein, zwei Kilo abzunehmen. Denn: Manche Kleider der Münchner Designerin sind leider nicht für die durchnschnittlichen Damen gedacht. Aber das ist auf der Mercedes-Benz Fashion Week gang und gäbe.


 

Emre Erdemoglu: Türkisch-hippe Coolness

Mercedes Benz Fashion Week Berlin Emre Erdomoglu

Eher durch einen (glücklichen!!) Zufall, saß ich bei dem türkischen Designer Emre Erdemoglu in der Show am Freitagnachmittag. Dabei sollte man sich diesen Namen wahrlich merken: Der türkische Jungdesigner, der Modedesign an der Dokuz Eylül Univerität für bildende Künste in Izmir studierte wurde bereits mehrfach für seine Entwürfe bei Modewettbewerben ausgezeichnet wurde. Er zeigt regelmäßig auf der Fashion Week in Istanbul (wo ich ab sofort unbedingt einmal hin möchte) und ist auch bei der Berliner Modewoche vertreten. Auch mit der italienische Vogue arbeitete der Designer, der 2012 sein Label EMRE ERDEMOĞLU gründete, bereits für eine gesamte Modestrecke zusammen und war zudem bei der Milan Fashion Week vertreten. Emre Erdemoglu ist, wenn man so will, der Vorzeige-Designer aus der Türkei!

Wer jetzt allerdings klischeebehaftet glaubt, Emre Erdemoglu stünde für orientalisch inspiriertes Design, der irrt: Mit seinen Kreationen haut der Jungdesigner nicht in die Heimatkerbe, sondern überrascht mit futuristischen, urbanen Entwürfen. Metallisch-glänzendes Material, kastenförmige Pullover, durchsichtig schimmernde Hemden und genial geschnittene Kurzmäntel (Lieblingsstück!). Emre Erdemoglu macht wunderbare, erfrischende, teils gewagte und durchaus hippe Mode. Das macht großen Spaß! Verspielte Ornamente oder mosaikartige Muster suchte man bei Emre Erdemoglu vergebens. Was übrigens nicht bedeutet, dass er seine türkischen Wurzeln in irgendeiner Weise verleugnen würde. Wie ich nämlich erfuhr, wohnt Emre Erdemoglu jedes Jahr im schönen Hotel TITANIC Gendarmenmarkt. Kaum verwunderlich: Bietet das Spa des Hauses doch das beste Hamam der Stadt. Und eine schöne Hamam-Behandlung hatte sich Emre Erdemoglu nach dieser gelungen Show am Freitagnachmittag redlich verdient!


Unter diesem formschönen, durch-designten Link geht es zu allen Beiträgen aus unserem diesjährigen Fashion-Diary zur Mercedes-Benz Fashion Week.

Fotos: © Mercedes-Benz Fashion Week

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