Ein Woll-Guide | Die exklusivsten Wollsorten der Welt

Edelzwirn.com Alexander Rus

Kaschmir ist wahrscheinlich jedem ein Begriff. Die feine Wolle der Kaschmirziege ist das erste Material, mit dem man edle Wollsorten assoziiert. Doch wer hat schon mal etwas von Vikunja- oder Qiviutwolle gehört? Wahrscheinlich eher wenige. Dabei sind diese Wollsorten zwar weniger bekannt als Kaschmir, aber sicherlich nicht weniger luxuriös, wie Experte Alexander Rus von Edelzwirn.com weiß …

Vikunjawolle – Purer Luxus aus Südamerika

Vikunjas stammen aus den südamerikanischen Anden und sind die kleinste Kamel-Art der Erde. Ihr zartes Fell gilt unter Woll-Fans als echter Geheimtipp und es zählt zu den kostbarsten Fasern überhaupt. Das Tier ist artengeschützt und lebt ausschließlich in freier Wildbahn, was wiederum für Tierschützer eine besonders erfreuliche Nachricht ist. Mit einem Kilopreis von satten 500 Euro übertifft Vikunjawolle sämtliche edle Wollsorten – der Grund dafür liegt in der geringen Menge, die pro Tier gewonnen werden kann.

Das Luxuslabel Loro Piana beispielsweise hat sich auf luxuriöse Produkte aus Vikunjawolle spezialisiert und stellt unter anderem Schals, Mäntel und besonders kuschlige Wolldecken her. Wer sich für Produkte des Labels interessiert, sollte allerdings das nötige Kleingeld mitbringen, denn der teuerste Mantel kostet stolze 15.055 Euro.

Ob einem ein Vikunjamantel dieses Geld wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wer es sich leisten kann und einen besonders flauschigen, warmen und wunderschön glänzenden Begleiter durch die kalte Jahreszeit haben möchte, für den ist Vikunja sicherlich eine ausgezeichnete Wahl.

Kaschmirwolle: Klassiker und Dauerbrenner

Bei einem Artikel über edle Wollsorten darf Kaschmir natürlich nicht fehlen. Kein Wunder, schließlich ist die Wolle aus dem Unterfell der Kaschmirziege eine der edelsten Naturfasern der Welt. Mit 200 Euro pro Kilo ist der Rohstoffpreis von Kaschmirwolle nicht gerade billig, ein Pullover schlägt ungefähr mit demselben Preis zu Buche. Gerechtfertigt wird dieser Betrag sowohl durch die Seltenheit des Rohstoffs als auch durch seine Qualität:

  • Kaschmirwolle wärmt im Winter 6-mal besser als Schafwolle und ist gleichzeitig deutlich leichter.
  • Kaschmir ist schmutz- und wasserabweisend. Dennoch wird Feuchtigkeit schnell aufgenommen und nach außen abgegeben.
  • Die Wolle ist sehr flexibel. Wenn sie knittert, hängt man sie einfach nach draußen und sie hat ihre Ursprungsform schnell zurück.
  • Die Fasern sind zwar fein, aber trotzdem stark und reißfest.

Aus Kaschmir werden vor allem Pullover und Schals gefertigt. Bei diesen muss man allerdings aufpassen, denn teure Kaschmir Produkte stehen bei Fälschern hoch im Kurs. Damit man Fälschern nicht auf den Leim geht, ist es ratsam sich vorab zu informieren, wie man Kaschmir-Fälschungen erkennt.

Alpakawolle – bei indigenen Völkern seit Jahhunderten Tradition

Alpakas sind peruanische Kleinkamele, deren Babys diese qualitativ hochwertige Wolle abgeben. Mittlerweile wurden sie jedoch domestiziert und so werden sie heute sogar in Deutschland gezüchtet. Ihre Fasern gelten als besonders wertvoll und werden vor allem für die Produktion hochwertiger Kleidungsstücke genutzt.

Zu den Kleidungsstücken, die aus Alpakawolle hergestellt werden, zählen unter anderem Schals, Pullover, Ponchos und Socken. Aber auch Bettdecken- und Kopfkissenhersteller greifen gerne auf das Material zurück.

Neben dem hohen Tragekomfort bietet Alpakawolle folgende Vorteile:

  • Alpakawolle ist für Allergiker geeignet.
  • Die Fasern sind innen hohl und können dadurch Wärme besonders gut speichern.
  • Im Sommer sind die Fasern in der Lage, Wärme abzustoßen, und sorgen für einen Wärmeausgleich.
  • Die enthaltenen Eiweißmoleküle neutralisieren Schweiß. Daher werden Gerüche nicht aufgenommen, auch wenn man stark schwitzt.
  • Alpakawolle ist undurchlässig für UV-Strahlen.
  • Sie ist besonders langlebig, da sie schmutz- und feuchtigkeitsabweisend, strapazierfähig und wenig anfällig für Verfilzungen ist.

Alpakakleidung hat also zahlreiche Vorteile, was sich leider auch im Preis niederschlägt. Die Preisspanne für einen Schal liegt zwischen 50 und 200 Euro, Pullover bewegen sich im Bereich zwischen 100 und 300 Euro.

Yakwolle – wärmer geht es kaum

Das Yak ist eine Rinderart, das im Himalaja, in der Mongolei und Südsibirien beheimatet ist und für seine feine Wolle bekannt ist. Das grobe Deckfell wird für Decken, Seile und Zelte genutzt, während die feine Unterwolle zu Pullover, Jacken oder Ponchos, aber auch zu Decken und Kissen verarbeitet wird. Zu den Vorteilen von Yakwolle zählen:

  • Sie wärmt selbst bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.
  • Yakwolle ist trotz ihrer Robustheit sehr leicht.
  • Das Material hat einen hohen Tragekomfort und kann mehr als 30% seines Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen.

Yakwolle ist aber nicht nur wegen ihrer Eigenschaften luxuriös, auch preislich ist sie im Luxussegment angesiedelt. Pullover kosten zwischen 100 und 300 Euro, für Jacken muss man bis zu 500 Euro hinlegen, wobei die Preise je nach Yakwolle-Anteil, Label und Hersteller variieren.

Qiviutwolle – hier kommen Luxus-Fans auf ihre Kosten

Qiviutwolle stammt vom Moschusochsen, der in Kanada, Grönland und Alaska lebt. Das Material ist ziemlich selten, da die Gewinnung äußerst aufwändig ist. Darin ist auch der Kilo-Preis von 250 Euro begründet. Qiviut steht für absoluten Luxus, denn die Wolle ist sogar leichter und feiner als das edle Kaschmir. Weitere Eigenschaften, die für Qiviutwolle sprechen:

  • Qiviutwolle ist 8-mal wärmer als Schafwolle.
  • Sie ist allergikerfreundlich.
  • Das Material hat eine enorme Wärmewirkung.
  • Qiviutwolle ist stark geruchsabweisend und läuft nicht ein.
  • Durch das geringe Gewicht und die unglaubliche Weichheit ergibt sich ein sehr hoher Tragekomfort.

Fazit

Die vorgestellten Wollsorten gehören zu den exklusivsten Garnen der Welt. Jede einzelne von ihnen hat ihre ganz besonderen Eigenschaften – aber auch ihren stolzen Preis. Wenn man nicht über das nötige „Kleingeld“ verfügt, wird man sich Vikunjawolle kaum leisten können. Im Vergleich ist beispielsweise ein Pullover aus Alpakawolle um 100-300 Euro ein wahres „Schnäppchen“. Eines aber ist klar: wer sich für Produkte aus diesen Wollsorten entscheidet, wird definitiv nicht enttäuscht!

Fotocredit: https://pixabay.com


Edelzwirn.com Alexander RusAlexander Rus betreibt den Ratgeber über edle Wolle EdlerZwirn, auf dem er ausführlich über die teuersten Wollsorten der Welt berichtet und Tipps zur Pflege und Handhabung der feinen Kleidung gibt.

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